Giftig für Katzen/Salicylsäure?

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    • Giftig für Katzen/Salicylsäure?

      Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®) wird synthetisch hergestellt. Im Magen wird Acetylsalicylsäure zu Salicylsäure umgewandelt. Aufgrund ihrer Reizwirkung kann ASS bei regelmäßiger Einnahme beim Menschen Schleimhautreizungen, Blutungen im Magen-Darm-Trakt und Magengeschwüre verursachen. Zusätzlich wird ASS als Blutverdünnungsmittel eingesetzt, da es die Thrombozytenaggregation und somit die Blutgerinnung hemmt. Acetylsalicylsäure ist der Trivialname für --Acetoxy­benzoesäure, welches ein Derivat der Salicylsäure (o-Hydroxybenzoesäure) ist, womit die ASS sowohl als Benzoesäure als auch als Ester der Essigsäure aufgefasst werden kann. Obwohl das Salicin der Weidenrinde im Magen-Darm-Trakt zu Salicylsäure umgewandelt wird, ist es nicht so schnell und aggressiv wirkend wie die synthetisch hergestellte Acetylsalicylsäure, die ebenfalls im Magen-Darm-Trakt zu Salicylsäure abgebaut wird.

      Die Weidenrinde gilt als gut verträglich und Nebenwirkungen wie sie von der ASS bekannt sind, treten normalerweise nicht auf. Die Weidenrinde wirkt nachweislich bei fieberhaften Erkrankungen, rheumatischen Beschwerden und gegen Kopfschmerzen. Diese Effekte fallen allerdings schwächer aus als bei ASS. Positive Effekte treten nicht sofort sondern erst nach längerer Einnahme auf. Lange Zeit wurde angenommen, dass die heilenden Eigenschaften der Weidenrinde ausschließlich auf dem Wirkstoff Salicin beruhen. Einige Studien (Universität Tübingen u. a.) zeigten jedoch, dass Salicin nicht allein für die Wirkungen der Weidenrindeverantwortlich ist sondern nur im Zusammenspiel mit den anderen Inhaltsstoffen agiert.

      Das in der Weidenrinde vorkommende pflanzliche Salicin wird durch die Darmflora in Salicylsäure umgewandelt. Neben Salicin enthält die Weidenrinde Derivate des Salicins wie Salicortin, Tremulacin, Populin und sekundäre Pflanzenstoffe. Zu den letzteren zählen insbesondere Polyphenole, darunter Flovonoide wie Isoquercitrin, Kaempferol und Quercetin, die u. a. antioxidativ und entzündungshemmend wirken. Die Gerbstoffe (Procyanidine) haben eine antimikrobielle Wirkung, da sie Bakterien den Nährboden entziehen.

      Bei Hunden (Steinegger & Hövel 1972) und Ratten (Fötsch & Pfeifer 1989), denen der aus der Weidenrinde extrahierte, pflanzliche Wirkstoff Salicin intravenös injiziert wurde, beobachteten die Wissenschaftler, dass Salicin weitgehend unverändert über die Niere ausgeschieden wurde, so dass eine Glykosidspaltung durch Blut- oder Leberenzyme ausgeschlossen werden konnte.

      Literatur

      Steinegger E., Hövel H. (1972): Analogische und biologische Untersuchungen an Salicaceen-Wirkstoffen, insbesondere an Salicin. II. Biologische Untersuchungen. Pharm Acta Helv 47: 222-234

      Fötsch G., Pfeifer S. (1989): Die Biotransformation der Phenolglycoside Leiocarposid und Salicin - Beispiele für Besonderheiten von Adsorption und Metabolismus glycosidischer Verbindungen. Pharmazie 44: 710-712

      cdVet Produkte die Weidenrinde enthalten:

      cdvet.de/arthrogreen-plus

      cdvet.de/detail/index/sArticle/2881

      cdvet.de/harnwegemix

      cdvet.de/felitatz-harnwegewohl-12-5g-neu