Fuchsbandwurm beim Pferd? – besteht die Möglichkeit zur Aufnahme/Infektion bei Pferden?

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    • Fuchsbandwurm beim Pferd? – besteht die Möglichkeit zur Aufnahme/Infektion bei Pferden?

      Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der nicht nur den Fuchs befällt. Neben Kleinnagern, die immer in die Infektionskette einbezogen sind, können auch Katzen, in selteneren Fällen Hund und Mensch betroffen sein.

      Der geschlechtsreife, nur wenige Millimeter lange Bandwurm lebt im Dünndarm seines Endwirtes. Wie alle Bandwürmer braucht er einen Zwischenwirt, in dem sich die Entwicklung zur Bandwurmfinne vollzieht.

      Der Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms spielt sich hauptsächlich in einem Kreislauf unter Wildtieren ab. Der Fuchs als Endwirt beherbergt den geschlechtsreifen Wurm und scheidet mit seinem Kot Bandwurmeier aus. Mäuse und Bisamratten nehmen die Eier mit ihrer Pflanzennahrung auf und werden dadurch zu infizierten Zwischenwirten. In den inneren Organen dieser Zwischenwirte vollzieht sich die Entwicklung zur Bandwurmfinne. Die Kleinnager wiederum werden vom Fuchs als Hauptbeutetiere gefressen. So gelangt die Bandwurmfinne in den Endwirt, in dessen Darm sie sich zum geschlechtsreifen Bandwurm entwickelt.

      Auch Hunde und Katzen können infizierte Mäuse fressen. Sie werden dann genau wie der Fuchs zu Endwirten, in deren Dünndarm der Fuchsbandwurm parasitiert. Krankheitserscheinungen, wie Darmentzündung, Durchfall, Abmagerung oder stumpfes Fell treten jedoch nur bei starkem Wurmbefall auf. Die Fuchsbandwurminfektion bei Hund und Katze gewinnt dadurch an Bedeutung, daß die Tiere zu Ausscheidern von Bandwurmeiern werden und ihr Kot - ebenso wie der des Fuchses - Ansteckungsquelle für den Menschen sein kann.

      Der Mensch muß Bandwurmeier über den Mund aufnehmen, um sich zu infizieren. Im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms ist er ein Fehlzwischenwirt, weil er die Infektion nicht an einen Endwirt weitergeben kann. In seinen Organen findet aber - wie bei echten Zwischenwirten - eine Finnenentwicklung statt. Vornehmlich Leber und Lunge werden befallen. Dabei entsteht ein Netzwerk von Schläuchen, das diese Organe weitgehend zerstört. Für den Zwischenwirt Mensch ist die Fuchsbandwurm-Infektion daher sehr gefährlich. Eine Heilung ist kaum möglich.

      Die Vermeidung von Infektionsrisiken ist besonders wichtig. Bodennah wachsende Früchte wie Beeren und Pilze können mit Bandwurmeiern behaftet sein und sind dadurch eine gefährliche Ansteckungsquelle für den Menschen. Sie sollten niemals ungewaschen gegessen werden.

      Im Umgang mit vierbeinigen Mäusefängern ist Hygiene der beste Infektionsschutz für den Menschen. Hände, die das Fell in der Afterregion berührt haben, dürfen nicht ungewaschen zum Mund geführt werden. Auch sollten Hunde und Katzen, die in der Nähe von Fuchspopulationen gehalten werden, regelmäßig entwurmt werden. Der Tierarzt verabreicht ein gegen den Fuchsbandwurm besonders wirksames, rezeptpflichtiges Medikament. Die Darmparasiten sterben dadurch ab und die Produktion von Wurmeiern wird unterbrochen.



      Quelle: Tierärzteverband

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      westerninfo.de/newsdetail_16228.htm

      (TGA) Der Kleine Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist ein 2-11 mm langer Parasit, nur maximal fünf Millimeter lang und lebt im Dünndarm des Wirtstieres. Er braucht für seine Entwicklung einen Zwischenwirt, in dem sich ein Larvenstadium (Finne) entwickeln kann und einen Endwirt, in dessen Darm der erwachsene Wurm sich aufhält und Eier produziert. Erst wenn die Finne in einen Endwirt gelangt, entstehen neue Bandwürmer. Die Eier sind extrem kälteresistent, aber nur wenig widerstandfähig gegen Hitze und Austrocknung. Unter europäischen klimatischen Bedingungen bleiben sie über Monate hinweg infektiös. Der wichtigste Endwirt des Wurmes ist der Fuchs. Der Fuchs scheidet die mikroskopisch kleinen Wurmeier mit dem Kot aus. Kleine Nagetiere wie Feld- und Wühlmäuse oder Ratten können die Eier mit der Nahrung aufnehmen, wenn diese mit erregerhaltigem Fuchskot verschmutzt ist, und werden als so genannte "Zwischenwirte" zu Trägern der Larven (Finnen), die sich vor allem in der Leber, seltener auch in der Lunge und im Gehirn, weiter entwickeln. Füchse (auch Wölfe, Schakale, Kojoten und Marderhunde, selten Hunde und Katzen) fressen diese Finnenträger und werden ihrerseits zu Bandwurmträgern, wodurch sich der Entwicklungszyklus schließt. Infiziert sich der Mensch mit Fuchsbandwurmeiern kann sich wie bei den echten Zwischenwirten Larvengewebe bilden, das sich tumorartig in Leber, Lunge und Gehirn ausbreiten kann. Diese Erkrankung ist als so genannte "alveoläre Echinokokkose" bekannt. Infektionen des Pferdes mit dem Fuchsbandwurm gelten als selten, sie sind aber möglich und ein konkreter Befall mit Finnen des Fuchsbandwurmes wurde in Japan beschrieben. Das Krankheitsbild ist dann ähnlich wie bei anderen Zwischenwirten bzw. dem Menschen.
      Der Befall mit adulten Bandwürmern anderer Art ist beim Pferd weltweit verbreitet. Der Befall verläuft meist subklinisch-chronisch und leistungsmindernd. Hochgradiger Befall lässt ein Pferd abmagern und schwach werden. Die Bekämpfung erfolgt mit dem Wirkstoff Praziquantel und gilt als sehr zuverlässig. Das Pferd kann aber auch Zwischenwirt für mehrere Bandwurmarten sein. Neben einem Befall mit den Finnen des Fuchsbandwurmes sind auch Finnen des Hundebandwurmes eine Gefahr. Zur Prophylaxe des Bandwurmfinnenbefalls des Pferdes sind je nach epidemiologischer Situation eine wurmdiagnostische Kontrolle und gegebenenfalls eine Entwurmung der Hunde, die mit Pferden Kontakt haben, durchzuführen. Zur medikamentösen Echinokokkose-Bekämpfung beim Endwirt Hund ist ebenfalls das Praziquantel als Mittel der Wahl einzustufen.
      Der Fuchsbandwurm kommt in allen mitteleuropäischen Ländern vor, vor allem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Norditalien. In Deutschland sind besonders Bayern und Baden-Württemberg betroffen. In Bayern ist er im Durchschnitt bei jedem dritten bis vierten Fuchs nachweisbar. Die Echinokokkose von Einhufern, Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen, Hunden, Katzen, Hasen und Kaninchen ist meldepflichtig.